Header image header image 2  
Komponist
  || ZURÜCK ||
   
 
Das Bildnis des Dorian Gray
 

 

  Oper in 10 Bildern op. 24 nach dem Roman
von Oscar Wilde

Libretto von Siegfried Scholz und Michael Lundt. Englisches Libretto vorhanden. Gesamtspieldauer ca. 2 1/2 Stunden zuzüglich einer Pause nach dem 4. Bild.
Als Manuskript vorhanden.

Lord Henry Wotton, Mitglied der Society, Bariton
Basil Hallward, Maler, Bass *)
Dorian Gray, ein bildschöner junger Mann, Tenor
Sibyl Vane, eine bildschöne junge Schauspielerin, Sopran
James Vane, ein Seemann, ihr Bruder, Bariton
Mrs. Vane, beider Mutter, Mezzosopran *)
Herzogin, Mezzosopran *)
Tolle Katze, eine Hure, Mezzosopran *)
Allan Campbell, Dorians Ex-Freund, Chemiker *) Tenor
Adrian Singleton, Dorians Exfreund, Offizier der Garde, Tenor *)
Sir Geoffry, Landadliger, Bass *)
Robert, Dorians Butler, Bass *)
„Gesellschaft" auf Parties, Besucher einer Opiumspelunke (Statisten).
Die Handlung erstreckt sich über 40 Jahre. Allen Personen außer Dorian ist dies anzusehen. Sie altern. Dorian nicht.
*) = in diesen Partien können Sänger ohne Überbeanspruchung mehrfach eingesetzt werden.

Orchester: 3; 2; 2; 2;/4; 2; 2;/3 Pkn; Gr. Tr./ Harfe;  Violinen 1/2; Violen, Violoncelli, Kontrabässe.
Combo für Szene in der Opiumhöhle: Klavier/Flügel; Sax. Es Alt, Bass, Drums.
Die konzeptionelle Ausstattung der Oper entspricht den Sparzwängen großer und kleiner Bühnen: kein Chor, kein Ballett, 2 Bühnenbilder für 10 Szenen durch einfaches Variieren.

Der bildschöne und nicht sehr intelligente junge Dorian Gray steht seinem Freund Modell für ein Portrait. In diese Sitzung platzt Lord Henry Wotton herein, ein Freund des Malers. Er ist sofort von der außergewöhnlichen Erscheinung des jungen Mannes fasziniert und überzeugt ihn davon, dass dieser mit seiner Schönheit und Anmut alles im Leben erreichen kann. Von Lord Henry angestachelt, wünscht sich Dorian, seine Jugend und Schönheit für immer zu behalten. Das Bild soll für ihn altern: „Wenn ich alt und hässlich werde, bringe ich mich um!" Und der Wunsch von Dorian Gray wird Wirklichkeit.

Über Jahrzehnte behält er seine frische Jugendlichkeit und vollkommene Schönheit. Es gibt keinen Exzess, den er auslässt. Drogen, Mord, Sexualität in allen nur vorstellbaren Möglichkeiten, sein für manche tödliches Spiel mit der Macht. Ihm ist nichts davon anzusehen, worüber man in seinem Umkreis tuschelt. Nur sein von Basil gemaltes Bild verändert sich im Laufe der Zeit. Die frühere Schönheit seiner Gesichtszüge ist kaum noch zu erkennen. Verschlagenheit, Berechnung, Heuchelei, Grausamkeit, Zynismus und Heimtücke haben sie hinweggeätzt. Nach seinem ersten Mord tropft Blut von den wunderschönen Händen. Das Bildnis altert für ihn. Alle Stationen seines Lebens sind nun darauf zu erkennen, und es wird zum Spiegel seiner Seele. Fasziniert beobachtet Dorian immer wieder diese Veränderungen. Er wird von seinem Bildnis angezogen, abgestoßen und abhängig wie von einer Droge. Als er den Anblick nicht mehr ertragen kann, sticht er besinnungslos vor Wut auf das Bild ein und zerstört es - und damit sich selbst.

Als sein Butler am nächsten Morgen den Raum betritt, hängt in dem Rahmen ein stark beschädigtes Bildnis des bildschönen und jungen Dorian Gray. Auf dem Fußboden vor dem Bild liegt der Leichnam eines ekelhaft anzusehenden verkommenen alten Mannes. Nur an seinen Ringen erkennt der Butler seinen früheren Herrn.