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Komponist
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Veitel und seine Gäste
 


  Sinfonische Erzählung op. 28
Für Sprecher/in und Orchester auf einen Text von Wolfdietrich Schnurre für Kinder von 8 bis 99 Jahren.
Orchester: 2; 2; 2; 2;/2; 2; 2;/ 3P./ Viol. 1;2; Violen, Violoncelli, Kontrabässe.
Dazu ad lib. Kinderinstrumente im Orchester, von Kindern gespielt: Blockflötenquartett in C Sopran, Ratsche, Tamburin, Schlaghölzer, Blecheimer mit Schippe zum Krachmachen.

Die Geschichte spielt kurz vor der Nazi-Zeit in Berlin und wird aus der Sicht eines Kindes erzählt. Jeden Tag kommt ein kleiner Junge auf den Buddelplatz, um mit den anderen Kindern zu spielen. Die anderen Kinder mögen ihn nicht und verjagen ihn immer wieder. Nicht nur, weil er immer pikobello aussieht, sondern auch, weil er irgendwie ganz anders ist. Veitel heißt er, komischer Name. Nur einem der Jungen tut Veitel leid, aber er traut sich nicht, für Veitel oder mit ihm zu sprechen. Die anderen könnten ja denken, er will sich bei ihm anschmieren.

Dann sieht man Veitel längere Zeit nicht auf dem Spielplatz, und in der Schule fehlt er auch. Er soll angeblich sehr krank sein und gelähmt und wahrscheinlich nie wieder laufen können. Da geschieht etwas ganz Unerwartetes. Veitel lädt alle Kinder aus der Strasse zu seinem Geburtstag ein. Auch diejenigen, die ihn immer vom Buddelplatz verscheucht hatten. Die glauben, dass das eine Falle ist und Veitel sich an ihnen rächen will, aber sie gehen trotzdem hin.

Veitel sitzt im Rollstuhl am Tisch im Wohnzimmer. Er ist sehr dünn, sehr blass. Und richtig schön. „Ich freu mich wie verrückt, dass Ihr da seid" sagt er immer wieder, und fordert sie auf, bloß anständig reinzuhauen beim Kuchenessen.

Es wird ein wundeschöner Tag! Abends gibt es noch eine große Überraschung.Veitels Vater verteilt Lampions an alle Kinder, seine Mutter steckt die Kerzen hinein und zündet sie an. Es sieht wundeschön aus, wie die Kinder in einer endlos langen Schlange langsam auf die Straße hinausgehen und das Laternenlied singen „Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne ..." Wenn man sich umsieht, kann man Veitel auf der Veranda sehen. Er hat jetzt eine Decke über den Beinen. Seine Eltern stehen neben ihm und haben die Hände liebevoll auf seine Schultern gelegt. Es sieht so aus, als wenn sie bald eine große Reise machen würden ...

UA 1990 in Berlin, Referenz-CD vorhanden, Notenmaterial beim Komponisten.
Wolfdietrich Schnurre (1920 - 1989), der am Entstehen dieser Komposition mit großem Interesse teilgenommen hat, ist drei Monate vor der Uraufführung gestorben. Damit ist die künstlerische Partnerschaft mit ihm aber nicht beendet. Beide hatten zuvor in vielen Gesprächen vereinbart, welche seiner Texte und Gedichte der Komponist noch vertonen möchte.